Labordiamant oder natürlicher Diamant? Der ehrliche Vergleich

Viele kleine geschliffene Diamanten auf dunklem Untergrund

Aktualisiert am 3 Min. LesezeitVon der Redaktion

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Vor wenigen Jahren noch eine Nische, heute in vielen Schaufenstern: Labordiamanten (auch Lab-Grown Diamonds oder laborgezüchtete Diamanten genannt). Sie sind deutlich günstiger als Diamanten aus der Mine – und trotzdem echte Diamanten. Doch es gibt Unterschiede, die man vor dem Kauf kennen sollte.

Ist ein Labordiamant ein „echter“ Diamant?

Ja. Ein Labordiamant besteht wie ein natürlicher Diamant aus reinem, kristallinem Kohlenstoff. Härte (10 auf der Mohs-Skala), Lichtbrechung und Funkeln sind identisch. Mit bloßem Auge – und auch unter einer normalen Juwelierlupe – lassen sich beide nicht unterscheiden. Nur spezielle Laborgeräte erkennen die Herkunft anhand von Wachstumsmerkmalen.

Das unterscheidet Labordiamanten grundsätzlich von Imitationen wie Zirkonia oder Glas und von Diamant-Alternativen wie Moissanit, die aus anderen Materialien bestehen.

Wie entstehen Labordiamanten?

Es gibt zwei Verfahren:

  • HPHT (High Pressure, High Temperature): Kohlenstoff wird unter extremem Druck und hoher Hitze kristallisiert – ähnlich wie im Erdmantel.
  • CVD (Chemical Vapor Deposition): Kohlenstoff aus einem Gasgemisch lagert sich Schicht für Schicht auf einer Diamantscheibe ab.

Beide Verfahren liefern Diamanten in Schmuckqualität. Manche Steine werden nachträglich behandelt, um die Farbe zu verbessern – seriöse Zertifikate weisen darauf hin.

Der Vergleich auf einen Blick

Natürlicher DiamantLabordiamant
MaterialKohlenstoffKohlenstoff
Härte1010
Optikidentischidentisch
Preis (1 ct, gute Qualität)mehrere Tausend Euromeist ein Bruchteil davon
Wiederverkaufswertdeutlich unter Neupreis, aber vorhandensehr gering
Preisentwicklungrelativ stabilstark gefallen und weiter fallend
Zertifikatmeist GIA, HRD, IGImeist IGI, auch GIA
Kennzeichnung„Diamant“muss als laborgezüchtet/synthetisch gekennzeichnet sein

Vorteile von Labordiamanten

  • Mehr Stein fürs Geld: Für das Budget eines natürlichen 0,5-Karäters bekommst du oft einen Labordiamanten mit 1,5 Karat oder mehr in höherer Qualität.
  • Nachvollziehbare Herkunft: Kein Risiko von Konfliktdiamanten.
  • Gleiche Alltagstauglichkeit: Härte und Kratzfestigkeit sind identisch.

Nachteile von Labordiamanten

  • Kaum Wiederverkaufswert: Weil die Produktion immer günstiger wird, fallen die Preise. Wer einen Labordiamanten verkaufen will, erzielt oft nur einen sehr kleinen Teil des Kaufpreises.
  • Weniger „Seltenheit“: Für manche Menschen gehört zum Verlobungsring das Bewusstsein, einen Milliarden Jahre alten Stein zu tragen.
  • Energieverbrauch: Die Herstellung braucht viel Strom. Ob ein Labordiamant „nachhaltiger“ ist als ein Minendiamant, hängt stark von der Energiequelle ab – pauschale Öko-Versprechen solltest du kritisch sehen.
Kennzeichnung prüfen

Ein Labordiamant darf nicht einfach als „Diamant“ verkauft werden. Achte auf Begriffe wie „laborgezüchtet“, „Lab-Grown“ oder „synthetisch“ – und auf eine Laser-Inschrift am Rand des Steins, die bei zertifizierten Labordiamanten oft vorhanden ist.

Für wen lohnt sich was?

Unsere Einschätzung
  • Labordiamant, wenn dir Größe und Qualität wichtiger sind als Seltenheit und du den Ring nie verkaufen willst.
  • Natürlicher Diamant, wenn dir Tradition, Herkunft aus der Erde und ein gewisser Restwert wichtig sind.
  • Moissanit, wenn das Budget knapp ist und dich ein etwas stärkeres Regenbogenfunkeln nicht stört.

Beides sind „echte“ Verlobungsringe. Wichtig ist nur, dass du weißt, was du kaufst – und dass die Person, die den Ring trägt, sich damit wohlfühlt. Wer unsicher ist, spricht das Thema ruhig vorher an.

Worauf beim Kauf achten?

  1. Zertifikat eines unabhängigen Labors (IGI oder GIA) – mehr dazu in Diamant-Zertifikate.
  2. 4C wie beim natürlichen Diamanten prüfen – siehe Die 4C erklärt.
  3. Fassung und Metall nicht vernachlässigen: Ein großer Stein in einer dünnen Silberfassung ist wenig alltagstauglich. Für Steine ab etwa 1 Karat empfehlen wir Gold 585 oder Platin.
  4. Rückgaberecht klären, besonders bei Online-Käufen.

Auf Amazon findest du vor allem kleinere Labordiamanten in Gold- oder Silberfassung. Für größere Steine sind spezialisierte Juweliere mit Zertifikat die bessere Adresse.

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Häufige Fragen

Kann ein Juwelier einen Labordiamanten erkennen?

Mit bloßem Auge oder einer Lupe nicht. Größere Juweliere und Labore haben aber Prüfgeräte, die Labordiamanten anhand ihrer Wachstumsstruktur und Fluoreszenz identifizieren.

Zeigt ein Diamanttester einen Labordiamanten als echt an?

Ja. Gängige Thermotester messen die Wärmeleitfähigkeit – und die ist bei Labordiamanten genauso hoch wie bei natürlichen Diamanten.

Werden Labordiamanten mit der Zeit trüb?

Nein. Labordiamanten verändern sich genauso wenig wie natürliche Diamanten. Trüb wirken Steine nur durch Fett und Schmutz – das lässt sich leicht entfernen, siehe Verlobungsring reinigen.

Titelbild: Foto: Swamibu, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons (zugeschnitten)

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