Was kostet ein Verlobungsring? Preise, Budget & Spartipps

Ringschiene mit leerer Krappenfassung und loser Diamant daneben

Aktualisiert am 3 Min. LesezeitVon der Redaktion

„Wie viel muss ich ausgeben?“ – das ist die häufigste Frage vor dem Ringkauf. Die ehrliche Antwort: so viel, wie zu euch passt. Trotzdem hilft es zu wissen, wofür man bezahlt. In diesem Ratgeber schlüsseln wir die Preise eines Verlobungsrings auf und zeigen, an welchen Stellschrauben du drehen kannst.

Woher kommt die Regel mit den Monatsgehältern?

Die Faustregel, ein Verlobungsring solle ein, zwei oder gar drei Monatsgehälter kosten, ist keine alte Tradition. Sie stammt aus Werbekampagnen des Diamantkonzerns De Beers, der im 20. Jahrhundert den Diamantring als „Pflicht“ zur Verlobung etablierte und dabei gleich einen Richtwert für den Preis mitlieferte. Mit Romantik hat das wenig zu tun – mit Marketing viel.

Bessere Faustregel

Gib nur so viel aus, wie du ohne Kredit und ohne schlechtes Gewissen bezahlen kannst. Ein Ring, der monatelang das Konto belastet, ist kein guter Start.

Realistische Preisspannen

Die folgenden Spannen sind Richtwerte für neue Ringe bei seriösen Händlern in Deutschland. Je nach Marke, Design und Goldpreis kann es nach oben und unten abweichen.

Ringtyptypische Preisspanne
Silber 925 mit Zirkonia20 – 100 €
Silber 925 mit Moissanit50 – 200 €
Gold 333/375 mit Zirkonia oder kleinem Farbstein100 – 300 €
Gold 585 mit kleinem Diamanten (0,05 – 0,1 ct)300 – 800 €
Gold 585 mit Moissanit (ca. 1 ct)400 – 1.000 €
Gold 585/750 mit Labordiamant (ca. 1 ct)800 – 2.500 €
Gold 750 mit natürlichem Diamanten (ca. 0,5 ct)1.500 – 4.000 €
Platin mit natürlichem Diamanten (ca. 1 ct)ab 5.000 €

Wovon der Preis abhängt

Der Stein

Bei Diamantringen macht der Stein meist den größten Teil des Preises aus. Entscheidend sind die 4C: Karat (Gewicht), Farbe, Reinheit und Schliff. Der Preis steigt dabei nicht linear: Ein Diamant mit 1 Karat kostet deutlich mehr als zwei Diamanten mit je 0,5 Karat, weil große Rohsteine seltener sind.

Das Metall

Gold wird nach Gewicht und Feingehalt bezahlt – und der Goldpreis schwankt. Ein 750er-Ring ist teurer als ein 585er-Ring gleicher Form, weil er mehr Feingold enthält. Platin ist zusätzlich dichter und damit schwerer: Ein identischer Ring wiegt in Platin deutlich mehr als in Gold. Einen Vergleich der Legierungen findest du in Gold 333, 585 oder 750?.

Handarbeit, Marke und Händler

Ein Ring aus der Goldschmiede, ein Designerstück einer bekannten Marke und ein Serienring aus einem großen Onlineshop können ähnlich aussehen und trotzdem sehr unterschiedlich kosten. Bei Marken zahlst du für Design und Namen mit, bei Handarbeit für die Arbeitszeit.

So sparst du, ohne dass man es sieht

  1. Knapp unter runden Karatgrenzen kaufen: 0,9 statt 1,0 ct oder 0,45 statt 0,5 ct – optisch kaum zu unterscheiden, preislich oft deutlich.
  2. Farbe G–H statt D–F: In Gelb- oder Roségold gefasst fällt ein leichter Farbton ohnehin nicht auf.
  3. Reinheit VS2–SI1 („augenrein“): Einschlüsse sind nur unter der Lupe sichtbar, nicht mit bloßem Auge.
  4. Schliff nicht vernachlässigen: Ein exzellenter Schliff lässt einen kleineren Stein heller funkeln als ein großer, schlecht geschliffener.
  5. Halo-Fassung: Ein Kranz kleiner Steine lässt den Mittelstein größer wirken – siehe Halo-Ring.
  6. Alternativen prüfen: Labordiamanten und Moissanite bieten viel Funkeln für wenig Geld.
  7. 585er statt 750er Gold: härter, alltagstauglicher – und günstiger.
Nicht am falschen Ende sparen

Sparen bei der Fassung kann teuer werden: Zu dünne Krappen verbiegen sich, und im schlimmsten Fall geht der Stein verloren. Eine stabile Fassung ist wichtiger als ein paar Hundertstel Karat mehr.

Kosten, die oft vergessen werden

  • Größenänderung: 30 – 80 € beim Goldschmied, bei Steinbesatz teils mehr.
  • Rhodinieren von Weißgold: etwa alle ein bis drei Jahre, meist 30 – 60 €.
  • Gravur: oft kostenlos beim Kauf, sonst 15 – 50 €.
  • Versicherung: je nach Wert und Tarif – mehr in Verlobungsring versichern.
  • Eheringe: Wer den Verlobungsring später mit dem Ehering kombinieren möchte, sollte beides zusammen denken – siehe Verlobungsring und Ehering kombinieren.

Fazit

Einen „richtigen“ Preis für den Verlobungsring gibt es nicht. Ein Goldring mit kleinem Diamanten für einige Hundert Euro ist genauso ein Verlobungsring wie ein Platinring für fünfstellige Beträge. Wer die Preistreiber kennt, bekommt für jedes Budget einen Ring, der lange Freude macht. Unsere Empfehlungen für kleinere Budgets findest du im Ratgeber Verlobungsring günstig kaufen.

Häufige Fragen

Wie viel geben Deutsche im Schnitt für einen Verlobungsring aus?

Verlässliche amtliche Zahlen gibt es nicht. Umfragen von Hochzeitsportalen und Juwelieren nennen meist Durchschnittswerte im unteren vierstelligen Bereich – die Spanne ist aber riesig, und viele Paare geben deutlich weniger aus.

Ist ein teurer Ring eine gute Geldanlage?

In der Regel nein. Beim Wiederverkauf erzielst du meist nur einen Bruchteil des Kaufpreises – bei Gold etwa den Materialwert, bei natürlichen Diamanten deutlich unter dem Ladenpreis, bei Labordiamanten oft fast nichts.

Sollte ich auf Raten kaufen?

Wir raten davon ab. Ein Ring sollte keine Schulden verursachen. Lieber jetzt einen schlichteren Ring kaufen und zu einem späteren Jahrestag ein Upgrade schenken.

Titelbild: Foto: Mauro Cateb, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (zugeschnitten)

Nach oben scrollen